Zielgruppe:
Die meisten Menschen sind in der Lage, ihre Lebensprobleme zu bewältigen, ohne mit der Justiz in Konflikt zu geraten. Dass ein Mann oder eine Frau straffällig wird, kann sehr unterschiedliche Gründe haben.
Negative Kindheits-
erfahrungen, persönliche Perspektivlosigkeit, der fehlende Arbeitsplatz, finanzielle Probleme, das soziale Umfeld... sind mögliche Erklärungen, warum jemand aus der Rolle fällt.
In der Haft kommen meist noch weitere Probleme hinzu. Die Tat und die Strafe wirken fort, der Gefängnisalltag macht zu schaffen, die auf die Zukunft gerichteten Gedanken sind vorwiegend düster. Bei längeren Haftzeiten bröckeln die bisherigen sozialen Kontakte außerhalb der Mauern und die Isolation nimmt zu. Viele Gefangene berichten über Einsamkeit und einen Mangel an vertrauensvollen Beziehungen.
Darum ist es sinnvoll und notwendig, Gefangene während ihrer Haftzeit und danach zu begleiten.
Hilfen:
Straffällig gewordene Menschen haben in vielerlei Hinsicht Schwierigkeiten und oft nicht nur ein Problem, bei dem sie ganz praktische Hilfe gebrauchen können:
- bei der Führung von Schriftverkehr
- bei gerichtlichen Verfahren
- beim Umgang mit Ämtern, Behörden
- bei der Suche nach Wohnung und Arbeitsplatz
- beim Aufbau und der Stabilisierung von sozialen Beziehungen
- bei der Überwindung von Sprachbarrieren
- beim Umgang mit Suchtproblemen
Kontakte zu den Gefangenen können vielfältig sein:
- Einzelbetreuung von Gefangenen
- Gesprächsgruppen
- Freizeit – und Kreativgruppen
- Briefkontakte
Die Straffälligenhilfe erfüllt sehr viele Aufgaben und Ehrenamtliche können ganz ihren Fähigkeiten entsprechend in vielfältiger Weise helfen.
Fähigkeiten:
Ehrenamtliches Engagement erfüllt eine wichtige Brückenfunktion zwischen straffällig gewordenen Menschen und der Gesellschaft. Jede Bürgerin, jeder Bürger trägt Fähigkeiten in sich, die Anstoß für den anderen werden können, seine eigenen zu entdecken. Einige Voraussetzungen sind aber für die Begleitung von Straffälligen wichtig:
- Soziales Engagement
- Freude am Umgang mit Menschen
- eine gefestigte Persönlichkeit
- Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
- Interesse und zeitliche Möglichkeit für eine kontinuierliche Helfertätigkeit
- Bereitschaft, sich mit der eigenen Motivation und der Helfertätigkeit auseinander zu setzen
Angebote:
Die ehrenamtliche Mitarbeit in der Straffälligenhilfe ist eine anspruchsvolle, manchmal auch schwierige Aufgabe. Zur Unterstützung stehen verschiedene Angebote zur Verfügung:
- Kostenlose Schulungen und Weiterbildungsangebote zur Vorbereitung und zur Vertiefung der Kenntnisse
- Informationen und Beratung
- Gesprächskreise ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen
- Praxisbegleitung und Supervision
- Vermittlung von Kontakten zu Betroffenen
- Auslagenerstattung
- Unfallversicherung
Die Ehrenamtlichen wählen selbst, wo und wie sie sich engagieren wollen. Sie bestimmen selbst, wie viel Zeit und Kraft sie investieren können, wann und wo sie ihre Grenzen setzen. Sie verantworten selbst ihr Vorhaben und treffen auf Gleichgesinnte und eine Gemeinschaft, die ein gemeinsames Ziel verfolgt.
In unserer Gesellschaft ist ehrenamtliches Engagement ein notwendiger Teil solidarischen Handelns, um den Ausschluss vieler Mitglieder zu verhindern.
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