175 JAHRE RECHTSFÜRSORGE E. V. RESOHILFE

2016 feierte der Verein Rechtsfürsorge e.V. sein 175-jähriges Bestehen und würdigte dies mit einem besonderen Festakt. Die Justizministerin Anke Spoorendonk sprach ein Grußwort und beschrieb die vergangenen 175 Jahre als eine markante Epoche, die durch unterschiedlichste Lebensbedingungen, gesellschaftliche Verhältnisse und politische Systeme geprägt wurde. Auch der Bürgermeister Bernd Saxe würdigte die Leistungen der Resohilfe  und dankte allen, die sich in den vergangenen Jahren den Aufgaben der Straffälligenhilfe zugewendet haben. Einen ganz besonderen Dank und herzlichen Applaus erhielt der erste Vorsitzende des Vereins Hans-Jürgen Wolter nach seiner Rede, der sich seit 38 Jahren für straffällig gewordene Menschen engagiert. Der ehemalige Justizminister Klaus Klingner ehrte im Anschluss eine Mitarbeiterin des Vereins mit dem goldenen Ehrenzeichen des Paritätischen Schleswig-Holsteins. Im weiteren Verlauf des Nachmittags folgte  eine kriminologische Talkrunde zum Thema des Verhältnisses von Staat und freier Straffälligenhilfe. Fotos der Veranstaltung sind in unserer Festschrift zu sehen.

Die Rechtsfürsorge e.V. Resohilfe dankt der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck und der Öffentlichen Rechtsauskunfts- und Vergleichsstellen/Verband der Rechtsauskunftsstellen für die finanzielle Unterstützung der Festveranstaltung.

Festschrift 175 Jahre Resohilfe

EIN PERSPEKTIVWECHSEL DURCH LEKTÜRE

Lesen bildet Herz und Verstand, das soll nun auch unser Projekt Leseweisung als neue erzieherische Maßnahme im Rahmen des Jugendstrafverfahrens nutzen: Straffällige

Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 14 bis 20 Jahren, die sprachlich geeignet und zur Teilnahme bereit sind, erhalten vom Gericht die Auflage, unter Anleitung ausgewählte Bücher zu lesen. Das Projekt wird von einem unserer Mitarbeiter koordiniert und mit Studierenden des Fachbereichs Soziale Arbeit des Rauhen Hauses Hamburg in unseren Räumen durchgeführt.

Die Studierenden begleiten die Jugendlichen als Mentoren in Einzel- oder Gruppensitzungen bei der Lektüre und helfen ihnen beim Transfer des Gelesenen in die eigene Welt. Die Jugendlichen lesen das Buch zu Hause, erhalten Fragen bzw. Aufgaben zu dem jeweiligen Textabschnitt und besprechen diese mit den Mentoren in den Treffen. Eine Leseweisung ist nach einem Stufenplan mit einem Zeitaufwand zwischen 10 und 30 Stunden verbunden. Je nach Stufe sind darin 2 bis 8 einstündige Termine mit dem Mentor eingeschlossen. Zum Ende der Leseweisung setzt sich der Teilnehmer noch einmal in einer kreativen oder schriftlichen Abschlussarbeit mit seinem Buch auseinander.

Die Bücherliste umfasst ca. 80 Titel zu altersgerechten Themen wie Drogen, Alkohol, Diebstahl, Missbrauch, Elternhaus, Liebe, Essstörungen, Internet, Selbstverletzungen, Graffiti, Gewalt, Rechtsradikalismus, Gefängnis, Ausgrenzung und Anerkennung . Jeder Jugendliche wählt sein Buch je nach Straftat, Lebenssituation oder Interessen gemeinsam mit dem Projektmitarbeiter aus. Übergeordnetes Ziel der Leseweisung ist, dass die Jugendlichen ihre Tat reflektieren und zukünftig straffrei bleiben. Darüber hinaus fördert sie:

  • die Stärkung der Lese- und Kommunikationskompetenz
  • die Stärkung der Lese- und Kommunikationskompetenz
  • die Reflexion eigener Verhaltensweisen und Einstellungen
  • die Entwicklung einer persönlichen Lebensperspektive
  • die Sensibilisierung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • die Stärkung der Selbstsicherheit
  • Erfahrungsgewinn und Horizonterweiterung

Nach Zuweisung eines Jugendlichen zum Projekt geht uns das Zuweisungsformular von der Jugendgerichtshilfe zu. Der Jugendliche nimmt Kontakt mit unserem zuständigen Mitarbeiter auf und führt die Leseweisung innerhalb von 3 Monaten durch. Wir geben der Jugendgerichtshilfe nach Beendigung der Leseweisung sowie bei Nichteinhaltung, Abbruch oder anderen Schwierigkeiten eine Rückmeldung. Das zunächst auf zwei Jahre befristete Projekt wird finanziert durch die Zuweisung von Geldauflagen. Wir danken der Firma Hugendubel für eine großzügige Buchspende.

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Kontakt

Rechtsfürsorge e.V. Resohilfe

Geschäftsstelle:
Kleine Kiesau 8
23552 Lübeck
Tel 0451-799190
Fax 0451-7991915

Telefonische Erreichbarkeit:
Mo./ Mi.-Fr. von 9 bis 12 Uhr

Coronabedingt können die Anwesenheitszeiten abweichen.
Wir bitten dies zu entschuldigen.

Alternativ können Sie uns auch eine E-Mail schreiben an
info@resohilfe-luebeck.de

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Kapitelstr. 5
23552 Lübeck
Tel 0451-7098960 (SB)
Tel 0451-70989620 (TOA)
Fax 0451-7991915

Knappe Kasse – Clever Haushalten:
Aegidienstr. 77
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Tel 0451-70726310/-11
Fax 0451-70726312

Internet: www.resohilfe-luebeck.de

info@resohilfe-luebeck.de

Geschäftsführung
Heike Wiehle
Tel 0451-7991911
heike.wiehle@resohilfe-luebeck.de

Geschäftsführender Vorstand

1. Vorsitzender
Prof. Dr. Michael Lindenberg

2. Vorsitzende
Brigitte Kreuder-Sonnen

Schatzmeister
Jens Möller

Beisitzer
Hans-Ernst Böttcher

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